Altersvorsorgedepot: Große Chancen, viele offene Fragen
Das neue Vorsorgemodell weckt Interesse – doch bei Förderung, Anlageauswahl und Beratung besteht noch Aufklärungsbedarf. Das Altersvorsorgedepot soll ab 2027 die private Altersvorsorge verändern: ohne Beitragsgarantie und Verrentungspflicht, dafür mit staatlichen Zulagen und mehr Freiheit bei der Geldanlage. Besonders junge Menschen und Familien zeigen Interesse. Doch laut einer Yougov-Umfrage kennen viele weder die Details noch ihre eigene Rentenlücke. Zwei Beiträge beleuchten das neue Modell aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Wie funktioniert es, wer darf dazu beraten und wo liegen die konkreten Ansatzpunkte für Vermittler? Zum Artikel (Fonds Professionell) Zum Artikel (Das Investment)
Und sie gelten immer noch: 10 Grundsätze für eine gute Kapitalanlage
„In den vergangenen Jahren mussten wir uns von so einigen Gewissheiten verabschieden. Die USA stehen nicht mehr uneingeschränkt an unserer Seite, Frieden in Europa ist heute alles andere als selbstverständlich, Deutschland ist längst kein Vorbild mehr für Wachstum und moderne Infrastruktur. Auch an den Kapitalmärkten haben sich die Spielregeln durch Megatrends wie KI und passive Geldströme verändert. Da ist es eine gute Nachricht, dass die alten Grundsätze für eine erfolgreiche Kapitalanlage unverändert gelten – oder jetzt erst recht!“ KI-Boom, geopolitische Krisen und ständig neue Börsentrends verführen Anleger dazu, ihre Strategie laufend zu hinterfragen. Ralf Lochmüller hält dagegen: Entscheidend bleiben breite Streuung, ein hoher Aktienanteil bei langem Anlagehorizont, regelmäßiges Rebalancing und der Verzicht auf Market Timing. Wichtig ist dabei der Blick unter die Oberfläche: Auch breite Indizes können Klumpenrisiken enthalten, und günstig heißt nicht automatisch besser. Für die Beratung liefern die zehn Grundsätze einen guten Rahmen, um FOMO und Aktionismus durch klare Regeln zu ersetzen. Zum Artikel (Lupus Alpha)
Studie: Deutsche Sparer verschenken rechnerisch 843 Milliarden Euro
„Deutsche setzen bei der Altersvorsorge stärker auf Eigeninitiative als andere Europäer, lassen einen großen Teil ihres Geldes aber auf Konten liegen. Eine Studie beziffert den rechnerisch entgangenen Vermögenszuwachs auf 843 Milliarden Euro.“ 47 Prozent der Deutschen sehen die private Vorsorge als wichtigste Säule für ihren Ruhestand, doch nur 31 Prozent verfolgen dafür einen konkreten Plan. Besonders auffällig: 36 Prozent der Menschen ohne Aktien meiden diese aus Verlustangst, weitere 23 Prozent wissen nicht, wie sie investieren sollen. J.P. Morgan beziffert den seit der Pandemie rechnerisch entgangenen Vermögenszuwachs durch das Festhalten an Sparanlagen auf 843 Milliarden Euro. Für Berater liegt hier ein klarer Ansatzpunkt: Verlustangst einordnen und aus Vorsorgewillen konkretes Handeln machen. Zum Artikel (Fonds Professionell)
Diese offenen Immobilienfonds müssen die höchsten Abflüsse verkraften
Milliardenabflüsse zwingen Anbieter zu Verkäufen, bei einigen Vertretern stehen sogar Rückgabebeschränkungen und Gebühren im Raum. Gleichzeitig wächst das Haftungsrisiko aus früheren Beratungen. Seit der Zinswende sind mehr als 16 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds abgeflossen. Allein Uniimmo Europa, Grundbesitz Europa und Hausinvest verloren binnen zwölf Monaten jeweils mehr als eine Milliarde Euro. Die Anbieter reagieren mit Immobilienverkäufen; die DWS prüft zusätzlich Rückgabegebühren und -beschränkungen. Ein noch nicht rechtskräftiges Urteil zum Uniimmo Wohnen ZBI macht zugleich deutlich: Risiken, Fristen und eingeschränkte Verfügbarkeit müssen im Beratungsgespräch konkret und verständlich erklärt werden. Zum Artikel (Das Investment) Zum Artikel (Das Investment) Zum Artikel (Das Investment)
Wie viel Rentenlücke schließt das Altersvorsorgedepot
„Die aktuelle FvS-Untersuchung zeigt, wie groß die Rentenlücke eines Durchschnittsverdieners ist und inwieweit das neue Altersvorsorgedepot sie je nach Einstiegsalter schließt.“ Zeit ist beim Altersvorsorgedepot der entscheidende Hebel: Wer früh startet, kann eine angenommene Rentenlücke von 250.000 Euro weitgehend schließen. Selbst ein Einstieg mit 60 kann sich dank Förderung noch lohnen. Für die Beratung steckt die Tücke im Detail: Zu defensives Anlegen kann Rendite kosten, zugleich kann die vorgeschriebene Berechnung des Auszahlplans anfangs unnötig niedrige Rentenzahlungen verursachen. Zum Artikel (Das Investment)
Warnung: Der Markt schaut weg – noch
„Benjamin Bente warnt, dass die Finanzmärkte geopolitische, fiskalische und institutionelle Risiken in den USA derzeit unterschätzen – und plädiert angesichts hoher Bewertungen für mehr Selektivität statt blinder Indexorientierung.“ Steigende Kurse verdecken aktuell viele Risiken. Benjamin Bente warnt, dass geopolitische Spannungen, hohe Staatsdefizite, Inflationsgefahren und zunehmender politischer Einfluss auf Institutionen an den Märkten kaum eingepreist sind. Für Berater ist das ein wichtiger Anlass, die hohe US-Gewichtung vieler Depots kritisch zu hinterfragen. Statt blind auf Indizes zu setzen, könnten Unternehmensqualität, robuste Geschäftsmodelle und eine breitere Diversifikation künftig wieder stärker in den Vordergrund rücken. Dazu passt auch der zweite Artikel vom Fondsmanager des Phaidros Schumpeter. Zum Artikel (Institutional Money)Zum Artikel (Fonds Professionell)
10 Jahre, 13 Krisen, 200 Prozent Gewinn: Warum Strategie wichtiger ist als Timing
„Covid-Crash, Zollschock, Irankrieg – die Liste der Krisen in den vergangenen zehn Jahren ist lang. Und dennoch hat sich der weltweite Aktienmarkt in diesem Zeitraum verdreifacht. Zufall? Nein. Sondern ein Lehrstück in langfristigem Denken. Wer sich von Schlagzeilen treiben lässt, verpasst oft das Wesentliche: Wichtiger als Timing ist der Aufbau eines resilienten Portfolios.“ Brexit, Corona, Ukraine-Krieg oder Nahost-Konflikt: Die vergangenen zehn Jahre zeigen, wie wenig sich Börsenerfolg aus einzelnen Krisen ableiten lässt. Die Autoren von HQ Trust sehen den entscheidenden Hebel deshalb nicht im Markt-Timing, sondern in einer belastbaren Vermögensstruktur. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Risikotragfähigkeit, Diversifikation, Klumpenrisiken und klaren Anlageprozessen. Ein interessanter Impuls für Beratungsgespräche: Nicht die nächste Krise entscheidet über den Anlageerfolg, sondern wie widerstandsfähig ein Portfolio vor der Krise aufgestellt wurde. Denn selbst ein weltweit gestreutes Aktieninvestment ersetzt weder eine strategische Asset-Allokation noch ein aktives Risikomanagement. Genau hier liegt der Mehrwert qualifizierter Beratung. Zum Artikel (Fundresearch)
Fondsmanager: So navigieren Anleger durch volatile Märkte
„Einseitige Portfolioausrichtungen haben zuletzt deutlich gezeigt, wie schnell Klumpenrisiken die Gesamtperformance belasten können, sagt Fondsmanager Akhil Dhawan von Schoellerbank Invest. Das sei ein klarer Beleg dafür, wie wichtig Streuung ist.“ Der Artikel liefert eine klare Erinnerung daran, dass viele Anleger Diversifikation in den vergangenen Jahren zunehmend vernachlässigt haben. Gerade die starke Konzentration auf einzelne Themen, Regionen oder Tech-Werte hat zuletzt gezeigt, wie schnell Klumpenrisiken die Gesamtperformance belasten können. Entscheidend sei deshalb nicht nur, investiert zu sein, sondern wie ein Portfolio aufgebaut ist. Für langfristige Anleger bleiben dabei vor allem drei Faktoren zentral: finanzstarke Unternehmen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile und eine breite Streuung über Branchen und Anlageklassen hinweg. Zum Artikel (Fonds Professionell)
So verändert sich der Stellenwert der Altersvorsorge
„Die Altersvorsorge bleibt das mit Abstand wichtigste Sparmotiv für deutsche Verbraucher. Das zeigt die aktuelle Frühjahrsumfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen. An zweiter und dritter Stelle liegen der (aufgeschobene) Konsum vor dem Wohneigentum. Knapp dahinter folgt die Kapitalanlage. Bis auf das Wohneigentum verloren alle Spargründe deutlich. Die Kapitalanlage schnitt nur selten besser ab, das Wohneigentum nur selten noch schlechter.“ Die aktuelle Umfrage zeigt eine bemerkenswerte Entwicklung: Trotz hoher Lebenshaltungskosten und geopolitischer Unsicherheit bleibt die Altersvorsorge das wichtigste Sparziel der Deutschen – und baut ihre Spitzenposition sogar weiter aus. Gleichzeitig verlieren Themen wie Konsum, Rücklagen und Kapitalanlage an Priorität. Für Berater ist das ein wichtiges Signal: Das Bedürfnis nach langfristiger finanzieller Sicherheit wächst weiter, auch wenn viele Menschen gleichzeitig unsicher sind, wie sie dieses Ziel konkret erreichen sollen. Genau daraus entsteht zusätzlicher Beratungsbedarf. Zum Artikel (Versicherungsjournal)
Kapitalanlage im Krisenumfeld: 5 Strategien für volatile Märkte
„Geopolitische Spannungen und volatile Märkte bleiben: Warum Anleger jetzt auf Multi-Asset, Dividenden und Sparpläne setzen sollten – fünf Strategien für langfristigen Vermögensaufbau, erläutert Dr. Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors, in seiner Kolumne.“ Der Beitrag widerspricht dem typischen Krisenreflex vieler Anleger: Nicht Abwarten, sondern strukturiert investiert bleiben, ist jetzt entscheidend. Im Mittelpunkt stehen Multi-Asset-Lösungen, Dividendenstrategien und Sparpläne als Mittel gegen starke Kursschwankungen. Interessant ist vor allem die Argumentation hinter der Risikoprämie: Wer Schwankungen komplett vermeiden will, verzichtet langfristig oft auch auf Vermögensaufbau. Zum Artikel (Procontra Online)